Rezepte

Ich zähle zu den Menschen, die sich meist von slow food ernähren.

Wie schön ist es da, einige Zutaten selbst zu sammeln und verschiedene Wildpflanzen in die Speisen zu integrieren.

 

Dabei bin ich eine Köchin, die Experimentierfreude vor Perfektion stellt.

Die hier beschriebenen Ideen sollen als Anregungen verstanden werden. Sowohl die Zusammenstellung der Kräuter als auch die Mengen sind variabel.  Der eigene Geschmack entscheidet!

 

Also in diesem Sinn viel Spaß beim Experimentieren!

 

Dips sind einfach herzustellen und bei vielen Festen und Feiern ein Teil der Speisen.

Wildkräuterdips sind eine interessante Ergänzung des Buffets.

Als Grundlage nehme ich 250g Quark und 125g Naturjoghurt. Dazu können je nach Geschmack und Verfügbarkeit verschiedene Kräuter gegeben werden.

Bei allen Pflanzen ist darauf zu achten, dass sie an unbedenklichen Stellen gesammelt werden, dass sie frisch sind und möglichst junge Pflanzenteile verwendet werden. Ältere Pflanzenteile sind meist sehr viel härter und weniger schmackhaft.

 

Diese Pflanzenteile können verwendet werden: Blätter von Spitzwegerich, Löwenzahn, Schafgarbe, Brennessel, Gutem Heinrich, geriebene Meerrettichwurzel, Blüten von Rotklee und Malve, Samen der Brennessel

Diese Liste ist nicht vollständig und ich habe nie alle Kräuter in einem Dip verwendet.

Mit diesen Kräutern kann auch einen leckere Kräuterbutter hergestellt werden. Dip und Kräuterbutter eignen sich hervorragend für den Verzehr mit Kartoffeln, Gemüse oder auch auf Brot.

 

Dill

Weißkohl ist ein sehr vitaminreiches Gemüse, das bei uns vorrangig im Winter zum Speiseplan gehört. Ich möchte hier ein sehr einfaches und schmackhaftes Familiengericht vorstellen.

Der Weißkohl (1/4 Kopf) wird in feine Streifen geschnitten, kurz in kochendem Wasser gebrüht und durch ein Sieb abgegossen.

300g Mett werden gewürzt und mit Zwiebelwürfeln vermengt. Diese Masse wird in heißem Fett gebraten. Wenn die Masse gar ist, werden die Kohlstreifen dazu gegeben. Nun wird mit Wasser aufgefüllt. Salz, Lorbeerblätter und Piment nach Geschmack dazugeben, das Ganze soll 20Min köcheln, nach ca. 15 Min wird eine gute Menge geschnittener Dill dazugegeben. Nach Ende der Garzeit 1 Becher Schmand unterrühren. Das Gericht sollte nicht zu flüssig sein.

Dazu passen sehr gut Pellkartoffeln. 

 

Majoran

Echter Majoran ist ein sehr würziges Kraut. Er kann frisch verwendet werden, lässt sich aber auch sehr gut Trocknen und dann in der vegetationsarmen Jahreszeit verwenden. Mein Favorit sind Bratkartoffeln mit Majoran.

Dazu Pellkartoffeln schälen und in Scheiben schneiden, Zwiebeln in Stücke schneiden und Fett in einer Pfanne erhitzen. Je heißer das Fett ist, umso eher werden die Kartoffeln knusprig. Ich lege die Scheiben einlagig in die Pfanne, wende wenn sie mittelbraun sind und gebe kurz vor der Fertigstellung die Zwiebeln dazu. Pfeffern und Salzen folgt nun. Die Majoranblättchen werden zuletzt in die Pfanne gegeben, wenn die Pfanne nicht mehr erhitzt ist.

 

Kandierte Blüten

Kandierte Blüten sind etwas ganz Besonderes! Sie sehen schön aus und haben einen unvergleichlichen Geschmack. Sie können sich damit ein Stück des Sommers in den Winter holen.

Gesammelt werden intakte, unbehandelte Blüten, die nicht allzu klein sind. Durch die Schrumpfung können kleine Blüten nicht mehr als solche wahrgenommen werden. Die zarten Malvenblüten eignen sich hervorragend zum Kandieren. Es können alle Blüten von essbaren Pflanzen verwendet werden.

 

Kandieren:

Eiweiß

Puderzucker

 

Blüten gut ausschütteln, um Tierchen zu entfernen, und das Eiweiß nicht zu fest schlagen, mit einem Pinsel die Blüten mit dem Eiweiß bestreichen und anschließend mit Puderzucker bestreuen, nicht haftenden Puderzucker abschütteln, die Blüten auf eine schlecht haftende Unterlage legen, diese auf den Backrost legen und im Backofen bei ca. 40 Grad Umlauft trocknen, der Ofen sollte mit einem Holzlöffel offen gehalten werden, die Blüten 1-2 Mal bewegen

Die trockenen Blüten werden in ein lichtundurchlässiges, dicht schließendes Gefäß gegeben und können dann bei Bedarf entnommen werden.

 

 

 

Holunderblütensirup ist seit einigen Jahren sehr beliebt. Egal ob im Wasser oder im Sekt, er hat einen angenehm würzigen Geschmack und erfrischt. Die Rezepte sind so vielfältig wie die Ideen der Kochkünstler.

 

Sirup lässt sich auch mit etlichen Früchten herstellen.

 

Das Schöne an der Herstellung von Sirup ist, dass es so einfach ist und eine große Wirkung hat. Es kommt bei Gästen gut an, wenn etwas angeboten wird, das selbst hergestellt wurde.

Holunderblütensirup, schwedische Art

40 Holunderblüten                                                                                                                              250g Zucker                                                                                                                                                    2 unbehandelte Zitronen                                                                                                                      60g Zitronensäure (Apotheke)                                                                                                              1,5 l Wasser

 

Die Blütendolden ausschütteln, Zitronen waschen und in dünne Scheiben schneiden. Im kochenden Wasser Zitronensäure und Zucker auflösen. Holunderblüten und Zitronenscheiben in einem hitzebeständigen Gefäß schichten und die Siruplösung darüber geben. An einem kühlen Ort unter regelmäßigem Umrühren bedeckt 4 Tage ziehen lassen.

Danach abseihen (ich benutze ein Mulltuch),  kurz aufkochen und in verschließbare Flaschen füllen. Kühl und dunkel gelagert ist der Sirup ca. 1 Jahr haltbar.

 

Er schmeckt an heißen Sommertagen sehr frisch und zitronenfruchtig in Wasser oder Mineralwasser.

 

Holunderblütensirup

25 Holunderblüten                                                                                                                                  1kg Zucker

2 unbehandelte Zitronen                                                                                                                     oder 1 Zitrone und  1 Orange                                                                                                                25g Zitronensäure (Apotheke)                                                                                                                  1 l Wasser

 

Die Blütendolden ausschütteln, Zitrone/Orange waschen und in dünne Scheiben schneiden. Im kochenden Wasser Zitronensäure und Zucker auflösen. Holunderblüten und Zitronenscheiben in einem hitzebeständigen Gefäß schichten und die Siruplösung darüber geben. Bei Zimmertemperatur unter regelmäßigem Umrühren bedeckt 3 Tage ziehen lassen.

Danach durch ein Mulltuch abseihen,  kurz aufkochen und in verschließbare Flaschen füllen. Kühl und dunkel gelagert ist der Sirup ca. 1 Jahr haltbar.

 

Der Sirup schmeckt in Wasser oder Sekt und gibt dem Getränk eine feinwürzige Note. 

 

Löwenzahnblüte
Thymian

Mit Thymian kann Frischkäse schmackhaft verfeinert werden. Dazu nimmt man einen Frischkäse seiner Wahl, möglichst nicht zu flüssig, in den Frischkäse wird eine nicht zu kleine Menge frischer Thymianblätter oder getrockneter Thymian gegeben. (Beim Trocknen darauf achten, dass nicht zu viele Stängelanteile enthalten sind, die sind sehr hart.)Mit einer Gabel gut vermengen und stehen lassen.

Nun die Pfeffermühle auf "grob Mahlen" stellen und schwarzen Pfeffer auf einen Teller mahlen, die Menge muss so groß sein, dass der Frischkäseball darin gerollt werden kann. Aus der Frischkäsezubereitung werden Kugeln geformt und diese werden im Pfeffer gedreht. Anschließend werden die Kugeln in einen passenden Behälter zur Lagerung im Kühlschrank gegeben. Sie können auch in Alufolie eingewickelt werden.

Tipp:

Wenn getrocknete Blätter verwendet werden eine Ruhezeit von einem Tag einhalten, dann sind die Blättchen weich und haben ihr Aroma abgegeben.

 

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© Marina Schütt